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Wenn einer eine Skitour tut…

Tourenbericht Skitour Toblermannskopf

Bei Kaiserwetter ging es ab 9 Uhr am Parkplatz hinter Schoppernau los, sanft aber stetig ansteigend, zunächst durch Wald, dann durch zunehmend offener werdendes Almgelände. In der Luft lag ein Duftgemisch aus mindestens 11 verschiedenen Sonnencremes und weichgespülter Funktionskleidung und neben dem Schwirren der Felle war die Luft von lebhaften Gesprächen der Teilnehmer(innen) erfüllt (zugegeben, nicht nur die Mädels plappern viel).

Bald schon hatten wir unser Ziel, den Toblermannskopf vor Augen und konnten die Vorfreude auf die Abfahrt vom perfekt geneigten Gipfelhang genießen. Schon der Aufstieg war also ein Fest für alle Sinne: Nase, Ohren und Augen! Im oberen Teil hatte der Wind den Schnee etwas verblasen, sodass wir zur Sicherheit die Harscheisen anlegten und alle gegen 12 Uhr den breiten Vorgipfel des Toblermannskopfes erreichten.

Natürlich ist so eine geführte Skitour auch lehrreich: während des Aufstieges gab es von unseren Guides Nachhilfe in Sachen Spitzkehren und Ulrike gab Anschauungsunterricht, welch ungeahnte Schwierigkeiten einem beim Auspacken der Harscheisen begegnen können. Beim Abfellen auf dem Gipfel demonstrierte dann Rainer das neueste Gadget für Skibergsteiger: Als ich mit dem Tourenskigehen begonnen habe, da hat man die Felle am Gipfel einfach in der Mitte gefaltet und Kante auf Kante präzise aufeinander gepappt. Zugegeben, beim nächsten Aufziehen brauchte man schon etwas Kraft… Später gab es dann Trennfolien und seit ein paar Jahren auch Trennnetze, die das Zusammenfalten und vor allem das Wiederauseinanderziehen enorm vereinfachten.

Doch all das ist Schnee von gestern, denn jetzt gibt es ja schnuckelige Skifellsöckli, deren Anwendung uns Rainer demonstrierte! Vorausschauend hatte er ein Exemplar in Neon-Pink gewählt, womit er sich die Aufmerksamkeit fast sämtlicher Gipfelbesucher sicherte. Wieviel er dafür wohl als Werbegage erhält? Und wer von den Anwesenden bisher noch nicht hinschaute, tat dies spätestens dann, als Joachim - ein Zitat „Vertreter der Edukativen“- den Skifellsocken mit einem Besamungshandschuh für Rinder verglich. Da ich zuvor weder das eine noch das andere kannte, habe ich beides im Netz recherchiert: beides gibt es wirklich und ich muss zugegeben, die Ähnlichkeit ist frappierend, wenngleich ein Besamungshandschuh deutlich billiger ist! Voll der neuen Erkenntnisse und nach einer zünftigen Brotzeit machten wir uns an die Abfahrt.

Im oberen Abschnitt war es ein sanftes  Schwingen im weichen Schnee, weiter unten wurde die weiße Pracht zunehmend schwerer. Aber, man kann bekanntlich nicht alles haben: strahlender Sonnenschein bei frühlingshaften Temperaturen verträgt sich halt nicht mit Pulverschnee bis ins Tal.


Nachdem alle wieder gut angekommen waren ließen wir die Tour im Café Trude in Egg auf der Sonnenterrasse im wahrsten Sinne des Wortes gemütlich ausklingen. Joachim sorgte nämlich dafür, dass wir Rosemarie, die dort ihren 90-sten Geburtstag feierte, alle ein Ständchen singen durften. Und da es dafür a Schnapserl gab, wurde gleich nochmal gesungen…
Vor der Tür wurde dann noch gemütlich diskutiert, wer denn diesen Bericht schreiben darf und wenn ich nicht irgendwann hier geschrien hätte, dann würden wir wohl heute noch dort stehen – bestimmt hätte uns Rosemarie auch noch a Schnapserl spendiert…

Text & Bild: Michael Walther