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Traumhafte Skihochtouren auf der Südseite des Monte Rosa

Neun Teilnehmer erklimmen sechs Viertausender (Carmen Notz)

 

Die letzte Skihochtour-Ausfahrt im DAV-Winterprogramm führte sieben Teilnehmer mit den Tourenleitern Xaver Notz und Achim Merkle zur Südseite der Monte Rosa. Die Anfahrt erfolgte über den Lago Maggiore und Lago di Orta zum Bergdorf Alagna. Eine Seilbahn führte bis auf 3.260 m, zum Punta Indren. Von dort war es nicht mehr weit zur Mantova-Hütte auf ca. 3.500 m Höhe. Diese Hütte, eine Stunde

Gehzeit unterhalb der Gnifetti-Hütte, wird von der Bergführervereinigung Gressoney unterhalten und ist eine angenehme Unterkunft für Touren auf die Gipfel des Monte Rosa Massivs.

 

Die ganze Nacht schneite und stürmte es, doch der Wetterbericht hielt, was er versprach. Am Morgen war Sonnenschein, allerdings mit kühlem Wind. In drei Seilschaften ging es über den frisch verschneiten Gletscher hinauf zum ersten Gipfel der Viertausender-Parade: Die Vincenzpyramide mit 4.215 m. Danach war Abfahrt und Aufstieg zum Balmenhorn, 4.170 m, wo eine drei Meter hohe Christusstatue die Bergsteiger begrüßt. Eine einmalige Aussicht belohnte beide Aufstiege. Unzählige Gipfel der Südalpen und der Gran Paradiso-Gruppe konnte man sehen sowie den Dunst in der Po-Ebene im Süden. Einige erfahrene Tourengeher der Leutkircher Gruppe stiegen am Nachmittag auf die Corna Nera, das Schwarzhorn sowie auf die Ludwigshöhe, beide über 4.300 m hoch.

 

Am Nachmittag waren Wolken aufgezogen und in der Nacht stürmte es wild. Dennoch schien am nächsten Tag wieder die Sonne und so konnte das Hauptziel, die Signalkuppe mit der Margherita-Hütte, ein weiterer Gipfel der Monte Rose, angegangen werden. Wieder ging es langsam den Gletscher hinauf, vorbei an den Viertausendern des Vortages, zum Lysjoch. Links erhob sich majestätisch der Lyskamm mit seiner vergletscherten Nordwand. In einem weiten Kessel stiegen die DAVler zum Skidepot der Signalkuppe. Zu Fuß, mit Steigeisen, ging es eine Rampe hinauf zur Treppe der Margherita-Hütte, die genau auf dem Gipfel der Signalkuppe thront, 4.554 Meter über dem Meer mit Tiefblick in die wilde Ostwand, hinunter nach Macugnaga. Wunderbar erstrahlte im Westen der Mont Blanc und die Viertausender des Wallis. Man konnte sogar den Alpenbogen sehen, wie er sich nach Süden erstreckt. Ganz markant ragte dabei die Felsenpyramide des Monte Viso heraus.

 

Einige der Gruppe waren zum ersten Mal auf so einer Höhe, doch allen ging es gut. Drei Teilnehmer stiegen beim Rückweg sogar noch auf den Zumstein, 4.563 m, der dritthöchste Gipfel der Monte Rosa. In herrlichem fast unberührten Pulverschnee ging es rasant in schönen Schwüngen bei sonnigem Wetter hinunter zur Mantova-Hütte. Glücklich und zufrieden über so viele Viertausender wurde in den Abend hinein gefeiert, weit unten glitzerte das Lichtermeer der Städte in der Poebene.

 

Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von der Monte Rosa und man nutze für die Abfahrt eine rassige Skiroute. Durch eine Querung erreichte man das Skigebiet und kam auf Pisten fast wieder bis nach Alagna hinunter. Nach mehr als 2000 Höhenmeter Abfahrt, mussten die Skier nur noch 200 Höhenmeter getragen werden. Im Tal grüßte der Frühling. Die lange Heimfahrt wurde mit einem Stop in Cannobio am Lago Maggiore bereichert und die Bergler genossen bei einer Pizza die warme Sonne des Südens.

 

Eine gelungene Ausfahrt zum Ende der Wintersaison des DAV Leutkirch.

Text: Carmen Notz, Fotos: Xaver Notz