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Bergtour auf den Thaneller (2341m) im Lechtal

 

Ein endemisches Zeichen in pandemischen Zeiten.

Um 6:30 Uhr starteten 8 Wanderer mit 50 % Frauenquote in Urlau. Geführt wurde die Tour in bewährter und entspannter Art von Ulli Oelhaf. Als Co hatte sie wieder unseren Naturpädagogen Joachim Schwarz mit dabei, denn die Alpenblumen standen in voller Blüte und Joachim kennt und erklärte mindestens 95 % der Arten.
Die Ausschreibung richtete sich daher auch an „Bergsteiger mit Sinn für Fauna und Flora“. Über Reutte in Tirol ging die Fahrt nach Berwang im Lechtal. Beim Aufstieg wurden zuerst blumenreiche Almwiesen gequert. Der schattenspendende Hochwald geht in Latschen über, wobei die Temperaturen auch durch den Wind gut erträglich waren. Der Anstieg auf den 2341 m hohen Thaneller hat 1000 Hm und ist moderat. Nahezu freistehend bietet er von seinem Gipfel einen phänomenalen Rundblick ins Allgäuer Alpenvorland, auf Reutte und das Außerfern, auf die Ammergauer Alpen mit Heiterwanger See und Plansee, aufs Zugspitzmassiv, auf die Lechtaler Alpen und die Tannheimer Berge sowie dahinter einige Gipfel der Allgäuer Alpen. Auch ein großes Stück vom Forggensee ist sichtbar. Hinzu kommt der unbegradigte Lech. Mehr geht bei einem Berg in dieser Größenordnung wirklich nicht. Sogar die Sicht- und Wetterbedingungen waren perfekt und ein paar Wolkenfelder zogen erst beim Abstieg auf. Nicht nur die Flora war außergewöhnlich – unter dem Gipfel drehte ein großer Greifvogel seine Runden, der als ausgewachsener Steinadler identifiziert wurde. Die Murmeltiere ließen sich daher natürlich nicht blicken. Hier wurde im Fichtenhangwald die endemische Orchideenart des Roten Waldvögeleins angetroffen. Ein Endemit kommt, das gilt für Pflanzen wie auch Tiere, im Gegensatz zur Pandemie ausschließliche in einem begrenzten Gebiet vor. Das Waldvögelein  liebt kalkhaltige Böden der Nordalpen.
Beim Auf- und Abstieg konnte viel gelacht werden, da Joachim Schwarz seine Fähigkeit zum Alleinunterhalter unter Beweis stellte. Dies setzte sich bei der Einkehr in Rinnen fort, sodass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bester Laune die Heimfahrt antraten. Nochmals besten Dank an Ulli und Joachim für die perfekte Organisation und die Durchführung dieser absolut lohnenswerten Bergtour.


Text: Ralph Meyer und Joachim Schwarz

Foto: Ulli Oelhaf